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Adriana Hölszky: …wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt… – Orgelwerke
Sabine Akiko Ahrendt, Violine, Jens Brülls, Schlagzeug, Dominik Susteck, Orgel
Enthält: …und ich sah wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt… (Org.), Efeu und Lichtfeld (Org.+Vl.), …und wieder Dunkel I (Org.+Schlzg.) Wergo 67892.


Adriana Hölszkys eigene Äußerungen über ihre Musik lassen ihren bemerkenswerten Umgang mit den Para­me­tern „Raum“ und „Zeit“ erkennen. Sie beschreibt ihre Werke gern als unterschiedlich strukturierte „Klang­räume“. Es gibt da „expandierende und schrumpfende Räume“, Wechsel von einem Klangraum zum anderen, die sie mit filmischer Montage ver­gleicht, hart geschnit­ten oder sanft geblendet, es gibt plötzliche „Einblendun­gen“ eines Klangraums in einen anderen, und schließlich die Überlagerung zweier oder mehrerer Klangräume. Auch die Zeit existiert bei ihr nicht in der Einzahl: Es sind immer vielsträngige Zeit­verläufe, die kosmische Zeit, die irdische Zeit, die un­endliche Vielfalt der unterschiedlichen Erlebniszeiten, die sich in ihrer Musik überlagern und durchdringen.

Der Titel von Hölszkys „apokalyptischem“ Orgelwerk „… und ich sah wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt …“ bezeichnet denkbar widersprüchliche Wirklichkeiten: „gläser­nes Meer“ und „Feuer“. Deren Interaktion wird hier in hart geschnittener Sukzession aus­getragen; Klänge und Ausdruckscharaktere wechseln beständig: „Von Augenblick zu Au­genblick wechseln gewaltige Bilder von Licht und Farbe mit geheimnisvollen, ruhenden Momenten, die wie Spaltöffnungen zu anderen Dimensionen sich verhalten“, so die Kom­ponistin.

Ihr Werk „Efeu und Lichtfeld“ trägt ebenfalls einen extremen Gegensatz in sich. „Die Wel­ten der Violine und der Orgel scheinen unabhängig voneinander zu existieren. Die wie mit der Nadel gestochenen Figuren der Violine bewegen sich diskontinuierlich und sprunghaft überwiegend im extrem hohen Frequenzbereich. Die Klangfelder der Orgel erscheinen als pulsierende Lichtquellen. Die Mehrdeutigkeit des gespaltenen Klanges entsteht letztendlich als Konsequenz der Interaktion zwischen gradueller Farbtransformation und diskontinuier­licher Pulsänderung.“ (Hölszky)

In der großen viersätzigen Komposition „… und wieder Dunkel I“ ist jeder Satz mit einem Fragment des Gedichtes „Ein Wort“ von Gottfried Benn assoziativ verbunden: Den Wort­laut der zweiten Strophe hat Hölszky unterteilt und die Bruchstücke jeweils einem Teil ihrer Komposition vorangestellt.

Koproduktion mit Deutschlandradio