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György Ligeti: Volumina – Orgelwerke. (Enthält: Musica Ricercata, 2 Etüden, Improvisationen Sprachsignale und Volumina). Wergo 67572.
Dominik Susteck, Orgel
Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2013.

György Ligeti hat nur drei für die Orgel bestimmte Werke hinterlassen: „Volumina“, „Harmonies“ und „Coulée“ sind wichtige Wegmarken seines komposito­rischen Schaffens – vor allem aber revolutionierten sie die Orgelmusik und stellen eine Art Initialzündung ei­ner neuen Musik für die Orgel dar.

„Volumina“ verzichtet ganz auf die üblichen, Zeit struktu­rierenden Parameter Melodie und Rhythmus, ebenso auf Harmonie. Der einzige aktive Parameter ist die Klang­farbe: Musik wird so zu einem Objekt eher der räumli­chen, als der zeitlichen Wahrnehmung. Der Titel „Volu­mina“ bezieht sich dabei auf unterschiedlich dimensio­nierte, „stationäre“ Klangräume.

Die beiden Etüden „Harmonies“ und „Coulée“ variieren das Motiv des stationären Klang­raumes: „Harmonies“ entfaltet sich als eine ununterbrochene Kette zehnstimmiger Akkorde. Von einem Akkord zum anderen ändert sich jedoch jeweils nur ein Ton. Dafür wechselt die Klangfarbe häufig mit unmerklichen, kontinuierlichen Übergängen. „Coulée“ ist eine Kette extrem schnell zu spielender Achtelbewegungen, die eine allmählich fort­schreitende Akkordprogression um­schreiben und in tremolierend-flirrende Bewegung ver­setzen: „So dass die Einzeltöne kaum mehr wahrzunehmen sind: Die Bewegung verschmilzt fast zu einem Kontinuum.“ (Ligeti)

Im elfsätzigen Klavierzyklus „Musica ricercata“ erforscht Ligeti die Möglichkeiten der Kom­po­sition mit den zwölf chromatischen Halbtönen: Beginnend mit der Repetition und Oktav­setzung eines einzigen Tones, arbeitet jedes der weiteren Stücke mit einem jeweils um ei­nen Ton ver­größerten Tonvorrat, wobei sich die Intervallverhältnisse von Stück zu Stück ändern. Einer der Sätze wurde von Ligeti selbst für Orgel bearbeitet; die übrigen richtete der Organist Dominik Susteck für seine Orgel ein.

Susteck, der diese Werke auf der Orgel der Kunst-Station Sankt Peter in Köln eingespielt hat, präsentiert auf dieser CD zudem eine Eigenkomposition: seine von Ligetis Stück „Arti­kulation“ inspirierten Orgel-Improvisationen „Sprachsignale“.

Koproduktion mit Deutschlandradio.